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Marketing-Brexit: Bye Bye Britain, hello Germany?

Wer lange im internationalen Kommunikationsgeschäft unterwegs ist, weiß, die Briten und dort insbesondere natürlich die Londoner spielen eine dominante Rolle, wenn es um die Betreuung und Lenkung von EU-weiten Marketing- und/oder PR-Etats geht. Wird das ab Freitag Vergangenheit sein? Eine Glosse dazu:

Zwei britische Etatdirektoren am kommenden Freitag. Die EU-Etats werden dann von Hamburg, Frankfurt oder Berlin aus betreut (hähä). Bild: IngImage

Zwei britische Etatdirektoren am kommenden Freitag. Die EU-Etats werden dann von Hamburg, Frankfurt oder Berlin aus betreut (hähä). Bild: IngImage

Endlich! Keine englishspeaking Fuzzis mehr, die den europaweit größten Markt (yes, nicht GB, sondern Germany) sowieso nicht kapieren. Keine arroganten Teetrinker von der Themse mehr, die immer noch glauben, wir würden am liebsten "Jawohl!" und "Halt!" zu unseren Kunden sagen und hätten keine Ahnung von neuen Trends Programmatic TV oder Ad Tech Daten (vorsichtshalber inkl. Links zu diesen State-of-the-Art-Topics).

Mal ehrlich, welcher German-speaking Veteran in der Kommunikationsbranche hat nicht schon gestöhnt über die Londoner Arroganz und das Unverständnis, das unsere Insel-Kollegen gegenüber unseren "Bratwurst" -Ideen und -Konzepten hatten? (Ganz abgesehen davon, dass sie bisher immer das größte Stück von Etatkuchen für sich reservieren).

Damit ist jetzt bald Schluß! Dank Brexit! Dank der Briten. Die brauchen uns nämlich nicht, den Kontinent, die EU. Nicht nur Frankfurt am Main kann also (in Bezug auf die Finanzbranche) ab Freitag früh frohlocken, sondern auch alle German Agenturchefs, die EU-Werbe-, PR-, Online- oderCrossmedia-Etats betreuen - falls die Briten sich für den Brexit entscheiden, was sie natürlich tun werden, oder?

Dann also tritt Germany anstelle von London als größter EU-Markt in das Epi-Zentrum der marketingspezifischen Entscheidungen bei EU-weiten Kampagnen. Was das bedeutet? Mehr Budget, mehr Entscheidungsbefugnis - bis hin zu der verrückten Vorstellung, dass wir in Kürze London anrufen und denen sagen, dass diese 250.000 Euro Zusatzbudget leider nicht zu machen sind, weil sie für eine Roadshow in Germany in direkter Abstimmung mit dem US-Kunden reserviert sind.

Wahnsinn? Ja, aber durchaus vorstellbar nach einem Brexit ...

Ach ja, und: Take it with Humor!

Oliver Hein-Behrens