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VIR kritisiert neue Google-Regelung bei AdWord-Anzeigen

Ein weiterer Schritt weg von einer wirklich unabhängigen Suche: Als solchen skizziert der Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR) die neue Regelung für den Einsatz von AdWord-Anzeigen durch den Suchmaschinen-Giganten Google.

Der Hintergrund: Bisher hatte das Unternehmen bis zu drei Anzeigen über den organischen Suchergebnissen angezeigt. Weitere wurden am Rand rechts davon präsentiert, ohne die Anzahl der Resultate einzuschränken. Bei mobilen Geräten gehören die Inserate an der Seite schon länger der Vergangenheit an. Und auch wenn noch mehr als 50 Prozent der Suchen auf PCs getätigt werden, gleicht das Unternehmen im Zuge von „Mobile First“ nun die Regeln an Smartphones und Tablets an, da deren Anteil rasch zunimmt.

In der Folge gibt es künftig erstmalig bis zu vier Anzeigen über den Treffern. Dies betrifft auch die Reisebranche, da die Suchen in dieser Industrie als besonders kommerziell eingestuft werden. Hinzu kommt in vielen Fällen Googles eigener Content wie zum Beispiel aus Google Maps oder Google Flights. Die wegfallenden Anzeigen an der Seite kompensiert Google auch durch weitere AdWord-Inserate unter den organischen Treffern. Unter dem Strich schrumpfe der Anteil „echter“ Treffer damit - so der Vorwurf - deutlich.

„Die neuen Regeln sind gleich in doppelter Hinsicht zum Nachteil von Unternehmen“, kommentiert VIR-Vorstand Michael Buller. „Zum einen steigen die Preise für die begehrten AdWord-Anzeigen oben auf der Suchseite, zum anderen wird es SEO-technisch immer schwerer, in den organischen Treffern aufzutauchen.“ In diesen vorhanden zu sein, so Michael Buller, werde ohnehin maßgeblich durch die Parameter von Google bestimmt. Gerade für Unternehmen, die neu am Markt sind, sei es schon immer schwer, dort präsent zu sein, da SEO-Maßnahmen erst nach Monaten greifen würden. Umso wichtiger seien die AdWord-Anzeigen, um sich als neuer Player am Markt zu zeigen. „Werden diese Plätze nun teurer“, so Michael Buller, „können sich diese nur noch große Unternehmen sowie Start-ups mit kräftiger Finanzspritze leisten. Die Innovationen kleinerer Anbieter werden damit ausgebremst.“

Generell sieht Buller einen deutlichen Trend von einer unabhängigen Suchmaschine hin zu einem überwiegend kommerziell getriebenen Tool. „Für organische Treffer bleibt künftig nur noch das kleine Feld zwischen Anzeigen und Google-Content im oberen sowie weiteren Inseraten im unteren Seitenabschnitt. Dies kann weder im Interesse des Konsumenten noch im Sinne der Unternehmen sein.“