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Montag, 20. Oktober 2014

Social Media: Redaktionsleiter sehen Defizite bei Mitarbeitern

Die Studien „Digitaler Journalismus“ (Lilienthal, Weichert u. a.) und „Social Media und Journalismus“ (Neuberger u. a.) wurden vorgestellt.

Meldung des Tages

Weitreichende Veränderungen durch digitale Entwicklungen und die zunehmende Nutzung von Social Media zwingen Journalisten und Medienhäuser zu erheblichen Anpassungen. Mit welchen Strategien deutsche Internetredaktionen dieser Herausforderung begegnen, zeigen zwei neue Journalismus-Studien, die die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen vorgestellt hat: die LfM-Studien „Digitaler Journalismus. Dynamik – Technik – Teilhabe“ und „Social Media und Journalismus“.

Die Ergebnisse belegen systematisch die Veränderungen in der journalistischen Berufspraxis, im Berufsbild, im Selbstverständnis und im Verhältnis der „Macher“ zu den Nutzern. Besonders die Beziehung zwischen aktivem Publikum und Journalisten stellt beide Seiten nach wie vor vor erhebliche inhaltliche, produktionelle, aber auch ökonomische Herausforderungen. Der Austausch von Laien mit Redaktionen über Social Media und Blogs ist medienhistorisch neu: Wie gehen Redaktionen z. B. mit Störern, sogenannten Trollen um? Wie kanalisieren sie den „Traffic“ von sozialen Netzwerken auf die eigene Homepage?

Die Hamburger Wissenschaftler Volker Lilienthal und Stephan Weichert haben mit einer breiten Untersuchung von u. a. 270 journalistischen Websites sowie Leitfadengespräche mit Redaktionsverantwortlichen (u. a. von „Zeit online“, „Stern.de“ und „Südeutsche.de“) gezielt deutsche Online-Angebote analysiert. Sie zeigen damit den Ist-Zustand der Strategien von Medienhäusern bei der Beantwortung der Frage, wie die Instrumente des digitalen Journalismus nutzbringend eingesetzt werden können.

Viele Redaktionsleiter sehen noch Defizite bei ihren Mitarbeitern im Umgang mit Social Media. Das ergab die zweite Studie, die von Christoph Neuberger (LMU München) wissenschaftlich geleitet wurde. Die Redaktionen stehen derzeit vor der Herausforderung, Stärken und Schwächen von Social Media zu ermitteln. Inhaltlich sind – als Ergebnis der Befragung von 105 Internetredaktionen – Qualitätssteigerungen mit Blick auf die Aktualität, die Vielfalt von Meinungen und den Austausch mit dem Publikum erkennbar. Ökonomisch betrachtet verfehlen vor allem die Tageszeitungen das Ziel, in sozialen Medien Erlöse durch Werbung zu erzielen.