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Interview: "Die deutsche Ausgabe der inTouch schafft es insgesamt auf Platz 1"

Welche E-Mag-Titel laufen in Deutschland am besten? Wird es in 10 Jahren noch Papiermagazine geben? Diese und weitere Fragen stellte medienmilch.de exklusiv Philipp Graf Montgelas, Chief Marketing Officer (CMO) bei Readly:

Philipp Graf Montgelas, Readly Chief Marketing Officer (CMO)

Was ist Readly und was unterscheidet Readly von Mitbewerbern?

Philipp Graf Montgelas (PGM): Readly ist eine Magazin Flatrate bei der man über eine einzige App tausende von Magazinen für monatlich 9,99 Euro lesen kann. Was die Unterschiede betrifft: Zum einen gibt es verschiedene Bezahlmodelle. Zeitschriften lassen sich digital heute entweder in Auszügen als Artikel, einzelne Ausgaben, Abonnements oder wie bei Readly als übergreifende Flatrate für alle Magazine abrufen.

Wie sieht Ihre Geschäftsentwicklung aktuell in Deutschland aus?

PGM: Readly verzeichnete im zweiten Quartal des Jahres eine Steigerung bezahlt gelesener Inhalte auf 3,7 Millionen Magazinausgaben in Deutschland. Zum Vergleich: Im vierten Quartal 2015 wurden „nur“ 560 Tsd. Magazine gelesen. Readly ist vor über vier Jahren mit 30 Titeln in Schweden gestartet. Heute findet der Nutzer über 2.300 internationale Titel von über 450 Verlagen – und das immer noch für denselben Preis von 9,99 Euro.

Wieviel Prozent des Readly-Contens ist deutschsprachig?

PGM: Von unseren mehr als 2.300 internationalen Magazin-Titeln sind über 600 deutschsprachig. Für jedes Hobby und jede Leidenschaft findet sich das richtige Magazin.

Welche Titel laufen in Deutschland am besten?

PGM: Die deutsche Ausgabe der inTouch schafft es insgesamt auf Platz 1 – gefolgt von Closer, COMPUTER BILD, auto motor und sport sowie Die Aktuelle. Das gute Ergebnis von inTouch liegt übrigens nicht nur an den weiblichen Lesern. Bei den Männern belegt das Magazin Rang 4 der meistgelesenen Titel. Witzig: Der amerikanische Playboy rangiert auch bei den deutschen Lesern digitalisierter Medien auf Platz 11 unter 2.300 Magazinen.

 

Readly-Homepage (Ausschnitt)

Wie sieht das Leseverhalten im Detail bei Readly aus? Wann wird am häufigsten gelesen und mit welcher Hardware?

PGM: Ähnlich wie bei Print wird auch in unseren Magazinen vorrangig in entspannten Momenten zwischen 19 und 21 Uhr auf dem Sofa gestöbert. Zudem ist die Readly App sehr beliebt für den Weg zur Arbeit oder für den Urlaub, da man die Zeitschriften im Offline Modus lesen kann. Bezüglich der Hardware gaben bei unserer letzten Umfrage 77 Prozent der Befragten an, am häufigsten auf dem Tablet zu lesen. Es folgen Smartphone und anschließend Laptop/PC.

Gibt es Unterschiede im Leseverhalten der einzelnen Länder und worin bestehen diese?

PGM: Mit einer durchschnittlichen Lesezeit digitaler Magazine von acht Stunden pro Monat halten die Österreicher den Rekord – vor Irland und Deutschland. Wenig Unterschiede gibt es bei der Lektürezeit pro Sitzung: einmal begonnen, wird fast überall ungefähr 21 Minuten in den digitalen Lieblings-Magazinen gelesen. Hier fallen lediglich die USA etwas aus dem Rahmen mit 25 Minuten pro Session.

Es fällt auf, dass Sie einige "Dickschiffe" wie den Stern oder den Spiegel nicht dabei haben. Woran liegt das?

PGM: Wir sind mit allen wichtigen Verlagen im Austausch, jede Woche kommen zahlreiche neue Titel dazu. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch dieses Jahr national wie international noch mit ganz großen Titeln überraschen können. Aber am Ende liegt die Entscheidung, bei Readly mitzumachen, natürlich immer auf der Verlagsseite.

Warum keine Tageszeitungen oder ist da noch etwas geplant?

PGM: Wir konzentrieren uns aktuell voll auf den Auf- und Ausbau unseres Magazin-Portfolios. Da gibt es auch in den schon existierenden Märkten noch genug zu tun.

Was sind Ihre Pläne für die nächsten 12 Monate?

Wir arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung unserer App und der Erweiterung unseres Magazin-Portfolios als Basis für eine weiterhin hohe Zufriedenheit unserer existierenden Nutzer. Neue Nutzer wollen wir auch in 2018 über den richtigen Mix aus Above-the-line Marketing (ATL) und Below-the-line Marketing (BTL) gewinnen. Gerade TV hat sich für uns als effektiver Kanal in allen Ländern erwiesen. Aber auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit großen Telkos wie etwa der Deutschen Telekom in Deutschland, Vodafone in UK oder Telia in Schweden hat uns gezeigt, wie wichtig etablierte Partner in der Nutzergewinnung sind.

Wird es in 10 Jahren noch Papiermagazine geben und wenn ja, wie hoch wird deren Anteil an der Gesamtauflage sein?

Aufgrund von Readly und anderen digitalen Angeboten werden in zehn Jahren deutlich mehr Magazine gelesen werden als heute. Der Anteil digitaler Ausgaben an der Gesamtauflage wird also sehr hoch sein. Gerade weil sie Magazine auf digitalem Weg kennen lernen, werden auch junge Menschen ausgewählte Magazine oder Ausgaben auf Papier besitzen wollen, wenn Verlage die richtigen Inhalte für eben diese Zielgruppen produzieren.

Die Interviewfragen stellte Oliver Hein-Behrens.