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DJV sieht Zeitungskongress in schwierigem Fahrwasser

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert Zeitungsverleger auf, den Blick in die eigenen Häuser zu richten, statt in "wütenden Attacken den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die kommunalen Pressestellen anzugehen".

„Der Zeitungskongress des Verlegerverbands wird seinem eigenen Anspruch nicht gerecht, dem Medium Zeitung neue Impulse zu geben, wenn nur gegen andere geschossen wird“, urteilt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. Er begrüße zwar den Appell von BDZV-Präsident Mathias Döpfner an die Mitgliedsverlage, als wirksamstes Mittel gegen Fake News in kritische Reporter zu investieren. „Aber das macht den negativen Eindruck des ersten Kongresstages nicht wett.“

Es sei geschmacklos, dass der BDZV-Präsident gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk das gleiche Vokabular benutze wie die Pressefeinde von Pegida und AfD. Döpfner hatte von gebührenfinanzierter digitaler Staatspresse gesprochen. Angegriffen wurden auf dem Zeitungskongress auch die kommunalen Amtsblätter, die steuerfinanziert den Lokalzeitungen Konkurrenz machten. Überall: „Warum gibt es denn auf kommunaler Ebene den Bedarfnach solchen Mitteilungen? Weil die Zeitungsverleger seit Jahren die Lokalredaktionen so ausdünnen, dass sie die Leser nicht mehr umfassend informieren können.“ Der Verlegerverband sollte hier lieber selbstkritisch in die eigenen Reihen blicken als vermeintliche Feindbilder malen.