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Der Ötzi-Fund im Kino: Wissenswertes über "Der Mann aus dem Eis"

Am 19. September 1991 wurde "Der Mann aus dem Eis" in den Ötztaler Alpen in Südtirol gefunden. Doch niemandem war zunächst bewusst, dass es sich dabei um die älteste Mumie der Menschheit handeln sollte. Sein Erbe lebt weiter Ötzi starb den Experten zufolge zwischen 3359 und 3105 v. Chr. und ist damit seit fast 5300 Jahren tot.

Dennoch konnten Wissenschaftler lebende Verwandte des Mannes, dessen Todesursache bis heute nicht gänzlich geklärt ist, ermitteln. Forschern ist eine seltene Mutation im männlichen Geschlechtschromosom des Ötzis aufgefallen, die sie mit 3.700 Blutproben freiwilliger Probanden an der medizinischen Universität Innsbruck verglichen. Die Sensation: Insgesamt konnten 20 genetische Verwandte in Südtirol gefunden werden, die exakt denselben, sehr seltenen genetischen Befund aufweisen!

Striche, Kreuze, Punkte – Tätowierungen in der Jungsteinzeit?

Heutzutage ist es keine Seltenheit mehr: viele Menschen sind tätowiert. Dem Trend folgte offenbar schon "Der Mann aus dem Eis" vor über 5000 Jahren: Ötzi trägt nämlich ebenfalls Farbe unter der Haut – und das nicht zu knapp. Insgesamt bedecken über 60 Tätowierungen den Körper der Mumie von Kopf bis Fuß und gelten damit als die ältesten noch nachweisbaren Tätowierungen der Menschheit. Anders als heutzutage wurde die Farbe jedoch nicht mithilfe einer Nadel unter die Haut gebracht, sondern durch feine Schnitte, in die anschließend Kohle gerieben wurde. So entstanden Linien und Kreuze, über deren Bedeutungen nur spekuliert werden kann. Wissenschaftler gehen hierbei nicht von ästhetischer Körperkunst aus, sondern interpretieren eine therapeutische Funktion in die Bemalungen.

Neue Visitenkarten

Als Helmut und Erika Simon, ein Ehepaar aus Nürnberg, am 19. September 1991 durch Zufall bei einem Wanderausflug in den Ötztaler Alpen die älteste Mumie der Menschheit entdeckten, dachten sie sich nicht viel dabei. „Vermutlich ein verunglückter Bergsteiger“, waren ihre ersten Gedanken, als sie abseits der Wege auf den toten Körper trafen. Dass sie eine Sensation entdeckt hatten, wurde ihnen erst bewusst, als sie einige Tage später wieder im beschaulichen Franken waren und wie aus dem Nichts unzählige Reporter vor ihrem Haus auftauchten, um mit dem überrumpelten Ehepaar zu sprechen. Erst da erkannten sie: "Der Mann aus dem Eis" ist eine Besonderheit! Seitdem haben die Simons neue Visitenkarten – „Ötzi-Finder“ kann sich schließlich nicht jeder nennen!

Das wissen wir heute

Ötzi wog ca. 50 kg, war ca. 1.60 groß und etwa 45 Jahre alt. Seine letzte Mahlzeit bestand aus getrocknetem Hirsch- und Steinbockfleisch und Getreide. Mit sich trug er ein Kupferbeil, Pfeil und Bogen und ein Messer. Seine Kleider wurden teilweise aus Schafs-, Ziegen- und Bärenfell angefertigt. Bewiesen ist, dass er in Kampfhandlungen verwickelt war, entsprechende Spuren wurden an seiner Ausrüstung gefunden sowie eine Schnittwunde an seiner Hand. Ein Radiologe hat 2001 auf einem Röntgenbild in der linken Schulter des Mannes eine Pfeilspitze aus Feuerstein entdeckt. Was ihm kurz vor seinem Tod zugestoßen ist, konnte bis heute nicht genau geklärt werden…

Nun gibt es die filmische Antwort!

Das archaische Drama "Der Mann aus dem Eis", das am 30. November 2017 in die Kinos kommt, erzählt die bisher nie gezeigte Lebensgeschichte Ötzis. Lernt ihn kennen, den Mann, der vor mehr als 5000 Jahren in den Tiroler Alpen lebte und in der Jungsteinzeit ums Überleben kämpfte! Wer war er? Wie lebte er? Was aß oder wo schlief er und vor allem: wie starb er? DER MANN AUS DEM EIS gibt nicht nur einen authentischen Eindruck in die Geschichte und das Leben des weltbekannten Mannes, sondern ist auch eine Reise in unsere eigene elementare Vergangenheit, die aufzeigt, wie unsere Vorfahren weit vor Christus lebten.

 

DER MANN AUS DEM EIS wurde produziert von Jan Krüger, PORT AU PRINCE Film & Kultur Produktion GmbH (Deutschland) und den Koproduzenten Maja Wieser Benedetti & Andreas Pichler, ECHO Film (Italien), Oliver Schündler & Boris Ausserer, LUCKY BIRD PICTURES GmbH (Deutschland) und Alexander Dumreicher-Ivanceanu & Bady Minck, AMOUR FOU Vienna (Österreich) und Executive Producers Andreas Eicher, Melanie Möglich, Oliver Rihs. Gefördert wurde die Produktion von IDM Südtirol – Alto Adige, der Beauftragten der Bundes-regierung für Kultur und Medien, FilmFernsehFonds Bayern, Deutscher Filmförderfonds, Medienboard Berlin-Brandenburg, Bayerischer Bankenfonds, MIBACT - Ministero per i beni culturali, Filmstandort Austria, Carinthia Film Commission und der Filmförderungsanstalt. Wissenschaftliche Beratung vom Südtiroler Archäologiemuseum, Bozen. Koproduzierende Sender sind ZDF, ARTE, SKY Deutschland, ORF.