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DJV kritisiert Regierungssprecher Seibert

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) reagiert mit Empörung auf die Enthüllung der Süddeutschen Zeitung, nach der einzelne akkreditierte Journalisten bei Gipfeltreffen scheinbar von BKA-Beamten begleitet werden.

Weil diese "Begleitung" beim G20-Gipfel in Hamburg nicht durchgängig möglich gewesen sei, so die Recherchen der Süddeutschen, seien 32 Journalisten nachträglich die Akkreditierung entzogen worden.

"Welches Verständnis hat Regierungssprecher Steffen Seibert von seinem Job", so DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. "Journalisten als Sicherheitsrisiko für Merkel, Trump und Putin? Leidet der Regierungssprecher unter Kontrollwahn?"

Als Leiter des Bundespresseamts sei Seibert für die Akkreditierungen verantwortlich und nicht das Bundeskriminalamt. Überall weist darauf hin, dass die dauernde Überwachung von Journalisten durch BKA-Beamte nicht nur ein krasser Verstoß gegen die Pressefreiheit sei, sondern auch die Glaubwürdigkeit dieser Kollegen gegenüber ihren Lesern und Zuschauern untergrabe: "Da kann schnell der Verdacht aufkommen, der Journalist schreibe nur das, was im Sinne der,Begleiter‘ ist. Eine verheerende Konsequenz des Kontrollwahns!"

Es sei an der Zeit, so der DJV-Vorsitzende, dass sich die Bundesregierung intensiv mit dem Umgang ihres Sprechers mit den Journalistinnen und Journalisten befasse: "Es stellt sich so dar, dass das Grundrecht der Pressefreiheit tangiert ist."